Verständlichkeit: Ein Lebenslauf wird für Laien geschrieben

Personalverantwortliche sind zumeist Laien jenseits ihres Kernbereichs: des Personalwesens. Sie sollten diese Zielgruppe daher bewusst so ansprechen, dass sie Ihre Ausführungen auch versteht.

Besonders erfahren wirken zu wollen, weil Sie viel Fachvokabular in Ihren Bewerbungsunterlagen verwenden, ist daher kein fruchtbarer Ansatz. Wie Sie sich allgemeinverständlich ausdrücken und dennoch Ihre Spezialkenntnisse eindrücklich darstellen, schildern wir Ihnen in diesem Artikel.

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Stets umfassende Aufgabenbeschreibung angeben!

Funktionsbereiche differenzieren sich immer mehr aus. Dies hat zur Folge, dass Stellenbezeichnungen häufig nicht mehr eindeutig auf das tatsächliche Aufgabengebiet schließen lassen. Formulieren Sie daher immer eine kompakte und möglichst umfassende Beschreibung Ihres Aufgabengebiets! Das Ziel hierbei ist, dass Laien tatsächlich klar vor Augen haben, was Sie genau tun und welchen Raum die einzelnen Aufgaben in Ihrer täglichen Arbeit einnehmen.

Kompakt und umfassend bedeutet, dass Sie bei ihrer aktuellen/letzten Position eine 6 bis 8 Stichpunkte umfassende Tätigkeitsbeschreibung erstellen, wobei jeder Stichpunkt so ausformuliert sein sollte, dass er eine komplette Zeile oder mehr an Raum einnimmt. Für vorherige Positionen reichen 3 Stichpunkte. Für Funktionen, die 10 Jahre oder länger zurückliegen, reicht zumeist der einfache Positionstitel. Weitere Beschreibungen, wie Sie Ihre Berufserfahrung am besten darstellen, finden Sie hier.

Wortgruppen statt Stichworte

Der beste Weg zur allgemeinen Verständlichkeit besteht im Schreiben zusammenhängender Wortgruppen, die eine eindeutige Aussage machen und nicht interpretierbar sind. Wichtig ist, dass Sie bei jedem Stichpunkt ein Tätigkeitswort/Verb verwenden, sodass im Geist Ihres Lesers ein klares Bild der entsprechenden Aufgabe entsteht. Stellen Sie sich dabei vor, Ihr Gegenüber hat keinerlei Ahnung davon, was Sie tun – dieser Fall ist tatsächlich die Norm! – und dann schreiben Sie genau für diese ahnungslose (aber durchaus erwachsene!) Person.

Vermeiden Sie unbedingt einzelne Stichworte, weil diese für Außenstehende oft nicht selbsterklärend sind, auch wenn Sie genau wissen, was damit gemeint ist! Einzelne Worte lassen oft viel Raum für Interpretation und Spekulation und wenn ihr Lebenslauf eines nicht tun sollte, dann diesen Raum zu eröffnen.

Hierzu ein Beispiel: Sie arbeiten als Projektingenieurin im Bereich Wasser und sind für Hochwasserschutz zuständig. Schreiben Sie hier lediglich ‚Hochwasserschutz‘, kann Ihr Leser zwar grob verstehen, wofür Sie verantwortlich sind, aber nicht, welche konkreten Aufgaben dies umfasst. Hier darf es ruhig technisch werden, wobei gute Stichpunkte (Auswahl) folgende sind:

  • Erheben und Auswerten von Felddaten bei Hochwasserschutz-Projekten
  • Untersuchen der Morphologie, Hydrologie und Hydraulik von Flüssen
  • Statistisches Auswerten von Oberflächengewässer- und Grundwasserstandsdaten

Auch wenn Sie bisher höchstwahrscheinlich keine Ahnung hatten, was im Bereich Hochwasserschutz so getrieben wird, bekommen Sie in unserem Beispiel ein grobes Bild des Aufgabenspektrums. Dabei wurde auf allgemeine Verständlichkeit genauso geachtet wie auf die Wiederspiegelung von Fachwissen. Genau das sollte Ihre Tätigkeitsbeschreibung leisten!

Fachbegriffe sparsam verwenden und mit Erklärung versehen

Ein häufiger Fehler in Lebensläufen ist die übermäßige und nicht selbsterklärende Nutzung von Fachausdrücken. Kommen diese sogar noch in Form von Abkürzungen vor, was z. B. im IT-Bereich gang und gäbe ist, verkompliziert dies die Sache zunehmend. Das Ziel hierbei ist häufig, besonders fachkompetent zu wirken, was jedoch die Lesbarkeit sowie die Verständlichkeit Ihres Lebenslaufs deutlich vermindert und zudem Ihre Chancen reduziert, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Die Verwendung vieler Fachbegriffe führt zu folgenden Problemen:

  • Beim Leser entsteht der Eindruck, fachlich nicht kompetent zu sein, was zum negativen Gefühl der persönlichen Unzulänglichkeit führen kann. Dies wird (unbewusst) die Einstellung Ihnen gegenüber verschlechtern.
  • Der Leser ist gezwungen, zum vollständigen Verständnis Ihrer Unterlagen viel zu recherchieren, was zu Unlust bei der weiteren Lektüre und, da Abkürzungen häufig nicht eindeutig sind, auch zu Missverständnissen führen kann.
  • Sie werden wahrgenommen als jemand, der sich auch in der täglichen Zusammenarbeit nicht allgemeinverständlich ausdrücken kann, was die Kommunikation erschwert und Prozesse verlangsamt.

Es ist daher am besten, wenn Sie kritisch reflektieren, ob der Fachbegriff wirklich zum Verständnis Ihrer Kompetenzen beiträgt oder durch allgemeinverständliche Formulierungen ersetzt bzw. einfach weggelassen werden kann. Sofern Sie auf den Begriff nicht verzichten können/wollen, schreiben Sie ihn aus und versehen Sie ihn im Zweifelsfall mit einer kurzen Erklärung.

Auf Abkürzungen verzichten

Wie oben bereits geschildert, sind Abkürzungen häufig nicht eindeutig und können zu Missverständnissen führen. Formulieren Sie diese Begriffe daher immer aus und setzen Sie die Abkürzung, sofern sinnvoll und notwendig, in Klammern dahinter.

Problematisch ist es auch, wenn Ihr Lebenslauf erst durch einen CV Parser geschickt wird, bevor er auf jemandes Schreibtisch landet. Auch in diesem Fall sind Abkürzungen kontraproduktiv, weil die Maschinen Ihren Lebenslauf dann unvollständig verstehen, Ihnen eventuell vorhandene Fähigkeiten aberkennen und Sie automatisch aus dem Bewerbungsprozess ausschließen.

Weiterführende Informationen zur Lebenslauf-Optimierung

Benötigen Sie weitere Tipps zur Verbesserung Ihres Lebenslaufs? Dann klicken Sie hier.

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